Während vieler Jahre stand UKW-Amateuren in Zürich und weiterer Umgebung eine PAMAB-Funkbake zur Verfügung. Diese wurde im Jahre 1979 am ehemaligen Institut für Hochfrequenztechnik der Eidgenössischen Technischen Hochschule gebaut und durch die Sektion HB9W auf der Frequenz 144,875 MHz unter Verwendung des Sektionsrufzeichens betrieben. Befand sich die Bake anfänglich noch auf dem Dach des ETH-Elektrotechnikgebäudes an der Sternwartstrasse, so wurde diese im November 1980 an ein neues QTH auf dem Uetliberg (Sendergebäude) verlegt.
Um nach sechzehnjähriger Existenz den Fortbestand weiterhin gewährleisten zu können, wurden bereits im Jahre 1994 entsprechende Abklärungen getroffen. Dank freundlichem Entgegenkommen der Telecom PTT, Abteilung Radiocom, war es in der Folge möglich, die neu kalibrierte Bake in die Kanzel des Sendeturmes zu verlegen und an dieser Stelle fest zu installieren. Ziel war es auch, das horizontale Strahlungsdiagramm der Antennenanlage dahingehend zu optimieren, dass eine homogene Abstrahlung resultiert.
Durch die Montage von vier Faltdipolen im Abstand von je 90° konnte dieses Vorhaben praxisgerecht verwirklicht und dem Wunsch vieler DXer nach horizontaler Polarisation entsprochen werden. Zukünftig zeichnet HB9RR (Amateurfunk-Club Telecom PTT, TD Zürich) zusammen mit dem Erbauer der Bake, HB9WBU, für deren Betrieb verantwortlich.
Die wichtigsten Daten der Sendeanlage sind in Tabelle1 zusammengefasst. Das Funkfeuer arbeitet nach dem im Jahre 1968 von OK1DE vorgeschlagenen PAMAB-Verfahren (Pulse Amplitude Modulated Amateur Beacon). Im Rahmen eines automatisch ablaufenden Programms wird zunächst mit voller Leistung in CW der Text "HB9RR 3DB STEPS" gesendet. Die Tastgeschwindigkeit entspricht etwa 38 Zeichen pro Minute (Punktdauer 170 ms). Danach wird eine Folge von 26 Strichen von jeweils 1,4 Sekunden Dauer mit Zwischenpausen von 0,7 Sekunden abgestrahlt. Der erste Strich nach dem Text erfolgt noch mit voller Trägerleistung, danach wird mit Hilfe eines elektronisch gesteuerten Abschwächers die Signalamplitude der aufeinanderfolgenden Striche jeweils um 3 dB (halbe Leistung) herabgesetzt. Der sechsundzwanzigste Schritt weist demzufolge eine um 75 dB reduzierte Amplitude auf. Der ganze Zyklus samt Text läuft in 85 Sekunden durch und wiederholt sich ohne Unterbrechung.
Welche Möglichkeiten bietet nun das PAMAB-Funkfeuer? Primär kann seine Frequenz - wie bei den üblichen Baken - zur Eichung des VFO's benutzt werden (die Frequenz wird überwacht). Die genau eingehaltenen 3-dB-Stufen können direkt der Eichung des S-Meters im Empfänger dienen. Aber auch ohne S-Meter sollte das blosse Abhören eine bessere Vorstellung über die Abstufung der Lautstärke zwischen S1 und S9 vermitteln und somit zur genaueren Abgabe der Rapporte beitragen. Bei Richtantennen kann das Vorwärts/Rückwärts-Verhältnis ermittelt werden, indem man die Antenne zunächst auf das Maximum ausrichtet, die Anzahl der hörbaren Striche zählt und danach dasselbe mit der um 180° weggedrehten Antenne wiederholt (wer den Drehwinkel der Antenne messen kann, ist in der Lage, bei etwas Ausdauer das gesamte Strahlungsdiagramm aufzunehmen). Weiterhin können auf einfache Weise die Grenzempfindlichkeiten verschiedener Empfänger verglichen werden. Man schliesst sie nacheinander an dieselbe Antenne an und stellt die Anzahl der am jeweiligen Empfänger hörbaren Striche fest. Umgekehrt können mit dem gleichen Empfänger die Unterschiede zwischen verschiedenen, am gleichen Ort aufgestellten Antennen untersucht werden. Schliesslich ermöglicht die langfristige Beobachtung der Signalstärke eine objektive Beurteilung der herrschenden Ausbreitungsbedingungen, respektive deren kurzfristigen Schwankungen.
Mit Rücksicht auf die etwas ungewohnte Betriebsweise des Senders sollten noch einige Punkte näher besprochen werden: In erster Linie wird man bei der Suche nach dem Bakensignal etwas Geduld üben müssen. Für diejenigen OM, deren QTH nicht in der Nähe der Bake liegt, wird das Signal nur während eines Teils des 85 Sekunden dauernden Programms zu hören sein. Mit wachsender Ausbreitungsdämpfung wird dieser Zeitabschnitt kürzer, bis am Rande des Versorgungsgebietes nur noch das Rufzeichen mit dem Text und dem ersten Strich zu hören ist (30s).
Um das Funkfeuer für Messungen zu verwenden, ist es notwendig, dass sein Signal nach einem der 26 Striche im Empfängerrauschen untergeht (werden alle 26 Striche gehört, kann dieser Zustand durch Wegdrehen der Antenne, beziehungsweise durch Zwischenschalten eines Dämpfungsgliedes in die Antennenzuleitung künstlich hergestellt werden). Die Anzahl Stufen, die bis zum Verschwinden des Signals gezählt werden kann, bestimmt den zur Verfügung stehenden Dynamikbereich der Messungen, welcher in der Umgebung des Senders seinen grössten Wert erreicht. Da jedoch für die meisten in Frage kommmenden Messungen eine Dynamik von etwa 20 dB ausreicht, stehen jedem OM, der etwa 7 Striche hört, praktisch alle Messmöglichkeiten zur Verfügung.
Zwecks Ermittlung des Versorgungsgebietes sind detaillierte Rapporte und eventuelle weitere Hinweise von besonderem Interesse. Im Empfangsrapport sollte die Anzahl hörbarer Striche (Maximum und Minimum über längere Zeitspanne), der Typ und Anzahl Elemente der benutzten Antenne, die Länge und Typ des Antennenkabels, die benutzte Bandbreite des Empfängers und, falls bekannt, auch seine Rauschzahl angegeben werden. Entsprechende Empfangsberichte werden mit einer QSL-Karte bestätigt.
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